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- Namenlos
- Dort oben auf dem Mäuerchen
da machten sie ein Bäuerchen,
die Bäu'rin und der Bauer.
Und just, als es geboren war,
da nannten sie es Waldemar.
Auch der saß auf dem Mäuerchen
und machte öfter Bäuerchen.
Doch gingen sie und kamen,
und blieben ohne Namen.
© by ody
- Irren ist tierisch
- Eine flatterhaft wie flotte,
doch verwirrte Kleidermotte,
die umschwärmte Rund um Runde
eine Birne. Stund um Stunde
sah man sie mit großen Mühen
Kreise dort um Kreise ziehen.
Doch die Birne tat nicht glühen,
denn sie war ja leider bloß
eine Frucht ... und fassungslos.
Fassungslos, wie uns're Motte,
die sich auf nicht minder flotte
Art bis auf 's Chitin blamierte
und den Irrtum nicht kapierte.
© by ody
- Trauma
- Die gleichsam klein wie runde Magd,
die wurde jüngst vom Hund gejagt,
von einem großen Jagdhund.
Der biss auch prompt die Magd wund,
weshalb die kleine Magd, die runde,
wohl eben aus benagtem Grunde,
zur Stunde sehr verzagt beklagt,
dass sie sich, weil das Wunde plagt,
nie mehr vor Hundeschlunde wagt.
© by ody
- Gourmet Dilemma
- Ich rede nie so lapidar
von einer Dose Kaviar,
denn halt ich mir das Zeug ans Ohr,
dann kommt 's mir immer grad so vor
als ob ich 's wieder höre:
Das Schweigen der Störe.
© by ody
- Forellenflug
- Eine nicht besonders helle,
aber schnelle Bachforelle,
die entsprang recht ausgelassen
ihrem Element, dem nassen,
um dann über Teichesweiten
durch die laue Luft zu gleiten.
Also flog sie. Doch erwähnte
ich den Schwan, der eben gähnte,
und den Schnabel sehr gezielt
in des Fisches Flugbahn hielt.
Folglich endete die Reise
in des Schwanes off'ner Speise-
röhre, die auch prompt verschluckte,
was da nicht nach vorne guckte.
© by ody
- Fehleinschätzung
- Im Lurchgewand mault unverwandt
ein dicker Frosch am Wegesrand,
man möge ihn doch küssen.
Er müsst es besser wissen,
hab ich gedacht
und das gemacht,
was man im Märchen machte.
Ich hab ihn, dass es krachte,
vor eine Wand geschmissen,
wo er dann leider, so ein Mist,
anstatt sich zu verwandeln
und mär-gerecht zu handeln,
ganz trist verendet ist.
Er war, wie ich vermute,
kein Prinz von blauem Blute.
Was ich da vor die Wände drosch,
war nur ein ordinärer Frosch
mit einem Hang zum Küssen.
Woher sollt ich das wissen?
© by ody
-
- Das Drama des Palasthundes
- Im Antlitz eines Pekinesen
ist ja so vieles abzulesen.
Die Augen, groß und vorgerückt,
die Nase, klein und eingedrückt,
hat doch der Ausdruck dieses Hundes
im Ansatz etwas Ungesundes:
Als hätte man ihn weit geschmissen
und er die Augen aufgerissen,
weil er ja quasi kommen sah,
was kurz darauf dann auch geschah,
als dieser Flug an einer Wand
sein folgenschweres Ende fand.
Die Fliehkraft, gänzlich ungebeten,
ließ seine Augen auswärts treten:
Sie sind ihm quasi rausgeploppt.
Das Maul hat ja den Flug gestoppt
und wurde, einmal laut geautscht,
wie bei den Autos rückgeknautscht.
Das alles war von kurzer Dauer,
geschehen oben an der Mauer:
Ein kurzer Bumms, die Welt war bunter,
dann rutschte Hund die Wand herunter,
wobei der Putz die Schnauzenreste
im Abwärts auch noch aufwärts presste.
Ein Resultat verschob'ner Masse
wär somit Standard dieser Rasse.
Ein pekinghundsgemeiner Scherz
erfreute nun das Frauchenherz.
Ach ja, du Pekinesilein,
so könnte es gewesen sein,
und ich hab mir 'n Reim gepellt,
auf das, was mir ins Auge fällt.
Jetzt hast du Hund ein Hundsgedicht
und einen Grund für so 'n Gesicht.
Falls deine Welpen sich mal grämen,
und wegen ihrer Optik schämen,
erzählst du ihnen einfach heuer
von deinem Flug und Abenteuer
und machst zum Wohl der Pekingjugend
aus ihrer Not 'ne Rassetugend.
© by ody

-
- Ignorantin
- Der Kranich sprach zu seiner Frau
auf einem Feld, das stoppelig:
"Mein Liebling, du wirst moppelig
am Po und um die Hüften, schau!"
Da sprach die Kranichfrau zum Kranich:
"Ga' nich'!"
© by ody
- Teatime
- Bezaubernd
wie dein Augenblau
sich im Erstaunen glänzend weitet,
wie über deiner Lippen Rot
die Zunge sanft und suchend gleitet
bis in die Winkel deines Mundes,
wo kleine Bläschen blubbernd schäumen,
und eben scheint dein zarter Leib
sich lustvoll zitternd aufzubäumen.
Bezaubernd
ist dein zarter Teint,
der nun von so erhab'ner Blässe,
dass ich, was wieder mal geschah,
im Augenblick schon fast vergesse.
Doch fast ist leider nicht in Gänze.
Ich seh noch deine Liebestänze
an Hans gepresst
beim Sommerfest
und dann zum Schluss
den langen Kuss.
Bezaubernd
war dein Atemzug,
dein letzter, den du eben machtest,
weil du bei meinem bitt'ren Tee
nur an zu lang gezogen dachtest
und nicht daran, dass manche Liebe,
speziell die häufig strapazierte,
bei vollem Maß zu gerne endet,
und eben das war 's, was mich rührte
als ich ihn rührte,
deinen Tee.
Genau wie dich,
ließ ich ihn zieh'n,
und was da bitter,
war Strychnin.
© by ody
- Pirette
- Pirette, das eitle Wildschein
mag allzu gern im Bild sein
und findet, dass Touristen
es immer knipsen müssten.
Kaum sieht es eine Kamera,
dann quiekt es auch schon "Fallera"
und springt, ganz ungelogen,
in überhohem Bogen
und ausdrucksvollem Grinsen
den Touris vor die Linsen.
Doch die sind immer so verdutzt
(weil Schwein ja auch ein Bild verwutzt),
dass keiner je ein Foto machte.
Erst, wenn die Sau zu Boden krachte,
weil die auf solche Art Brüskierte,
nach Bogens Höhen abwärts schmierte
und da lag
mit verletztem Blick
in dem Moment, da kam das
"Klick"!
© by ody
- Kuckuck
- Kuckuck macht Kuckuck
und schreit 's aus dem Wald.
Kuckuck und Kuckuck,
solang bis es knallt.
Kuckuck hat Ruckzuck,
'ne Kugel im Bauch
Kuckuck, ach Kuckuck
was schreiste denn auch?!
Jäger hat Kuckuck
'ne Ladung verpasst:
Kuckuck macht Zuckzuck,
fällt rücklings vom Ast.
Kuckuck, ach Kuckuck,
treibt dümpelnd im See.
Kuckuck macht Gluckgluck
und sagt uns: Adé!
© by ody
- Wohin der Blick sich wendet
- Pick nicht im Dickicht,
sprach weise die Meise
zu Pfingsten zum Jüngsten.
Es lauert der Fuchs,
verborgen im Buchs,
geht gerne dort jagen
und dir an den Kragen,
wenn du dich nicht schickst
und eben dort pickst!
So riet in der Linde
die Meise dem Kinde,
den Flügel ermahnend
wie warnend erhoben,
und doch nicht erahnend
den Falken von oben:
Der greift sich die Mutter,
macht Mutter zu Futter,
zur Waise den Jüngsten.
Und das nun zu Pfingsten!
© by ody
- Drehmoment
- Sonnenblume sonnt Gesicht
immer gern im Sonnenlicht.
Dreht den Kopf von Ost nach West,
wo sie 's schließlich bleiben lässt.
Besser so, denn ging 's bis Nord,
und so weiter, immerfort,
wär das Sonnenblumenbeet
schließlich völlig überdreht.
© by ody
- Geometrie der Schlange
- Trittst du auf eine Ringelnatter,
machst du die Natter also platter,
sind ihre Ringelchen mit Mal
nicht mehr so rund,
viel mehr oval.
© by ody
- Short Story
- Affe in Hast:
Ast verpasst!
Schrei verhallt
im Regenwald.
© by ody
- Winne meets Shatter
- Der Winne sprach zum Shatter: Du!
Vorn heiß ich Winne, hinten Tou,
und dass er ihn nun Shatter nenne,
weil er das Hand vom Shatter trenne.
Darauf sprach Shatterhand zu Winne,
dass es ja nun wohl vollends spinne.
© by ody
- Selber schuld
- Wenn ich dich liegen seh
im Klee,
alle Viere von dir gestreckt,
weil eben verreckt,
nach allerlei Bienenstichen
verblichen,
dann denk ich mir so:
Ooch, jo ...
was fährt die Allergische
auch frühlings ins Bergische.
© by ody
- Parallelen
- Die Stangenbohne windet sich
so manches Mal genau wie ich.
Sie tut es, um zu ranken.
Ich tu 's meist in Gedanken.
© by ody
- Omen est Nomen
- Das Dromedar hieß Omega
ob seiner lahmen Lende.
Es lief dann auch, dem Namen nach,
am Karavanenende.
© by ody
- Der Wolf und die sieben Geißlein in Limericks
- Die Geiß lässt die Geißlein zu Hause.
Auch Muttern braucht mal eine Pause.
Sie trifft sich mit andern
Geißen zum Wandern
und Picknick mit Möhrchen und Brause.
Die Geißlein, die hocken im Stalle
und somit dann auch in der Falle.
Der Wolf klopft ans Tor,
macht ihnen was vor
und kurz darauf macht er sie alle.
Die Mutter kommt spät von der Wiese
und hat dann spontan eine Krise:
Der Stall voller Dreck,
die Kinder sind weg.
Sie hasst solche Tage wie diese.
Den Wolf hört man irgendwo klagen,
ihm liegen die Geißlein im Magen.
Dem Köter ist schlecht.
Geschieht ihm ganz recht,
was muss er auch Zicklein benagen.
Die Wut in der Geiß-Mutter flackert,
derweil sie den Wolfsbauch beackert.
Heraus mit den Kleinen,
hinein mit den Steinen.
Der Rest wird zusammengetackert.
Die Wacker sind staubig und trocken.
Drum macht sich der Wolf auf die Socken.
Er schleppt sich zum Teich,
und bückt sich sogleich
mitsamt den so felsigen Brocken.
Die folgen der Schwerkraft und schieben
den Wolf in die Fluten, die trüben.
Dort strampelt er munter,
kurz drauf geht er unter,
und da ist er dann auch geblieben.
Die Geiß trinkt zu Hause ein Gläschen
und tätschelt den Kleinen das Näschen.
"Das ging nochmal gut.
Doch seid auf der Hut!"
Im Teich blubbt der Wolf noch ein Bläschen.
© by ody

- Faust oder Fisch
- Bei allen Fischgerichten trage
ich tief in mir die Grätchenfrage.
© by ody
- Ersatzbefriedigung
- So mancher Frosch, den du geküsst,
der dann kein Prinz geworden ist,
war immerhin für das Gefühl
betörend durch sein Zungenspiel.
© by ody
- Ent-Täuschung
- Es war August als die Auguste
dem August endlich beichten musste,
dass sie zwar guter Hoffnung sei,
doch nicht von ihm und nicht seit Mai.
Sie sei 's vielmehr, mal Hand auf 's Herz,
von jemand and'rem und seit März.
© by ody
- Handicap
- Waren fünf besonders scheene
und auch wilde, weiße Schwäne.
Konnten schwimmen, konnten fliegen
und grazil am Ufer liegen.
Konnten nur nicht lange gehen,
wegen Schwimmhaut zwischen Zehen.
Und so machten sich die Schwäne
nur recht selten auf die Beene.
© by ody
- Vertrauenssache
- Der Furz ist kurz,
mal ist er lang,
mal ist er leise,
mal mit Klang.
Er riecht auch gerne,
doch nicht immer.
Drum furze ich
bei andern nimmer.
Und wenn ich 's doch
bisweilen mache,
dann ist das schlicht
Vertrauenssache.
Ich ließ nur immer einen fahren
bei Menschen, die mir nahe waren.
Die Frage bleibt,
ob die, bei denen
ein Fürzchen gänzlich unbeschwert
und scheinbar ungewollt entfährt,
sich einfach nur
nach Nähe sehnen.
© by ody
- Scheidungswunsch
- So manche wünscht, dass Rattengift
bisweilen auch den Gatten trifft.
© by ody
- Limerick's Märchenstunde
- Rapunzel, nun älter an Jahren,
mit Mangel an längeren Haaren,
die lehnt oben ohne
weit überm Balkone,
und übt sich in neuen Verfahren.
Schneewittchen, im Sarge vergessen,
war nicht mehr so schön unterdessen,
Ja, selbst ihren Zwergen,
da hinter den Bergen,
verdarb dieser Anblick das Essen.
Das Rotkäppchen, längst schon gebrechlich,
blieb doch für den Hafer bestechlich.
So traf sie alsbald
den Wolfi im Wald,
doch war der für Liebe zu schwächlich.
Komm Puttel, ach komm, ich vernasche
dich hier, noch bevor ich dich wasche.
Du weißt doch, ich bins:
Dein schmutziger Prinz.
Ich will dich in Sack und in Asche.
Der Robin, der Hood ist noch schneidig,
doch leider nicht mehr so geschmeidig.
So manchen Ast
hat er verpasst.
Und Hood sagt: Darunter, da leid ich.
© by ody
- Mimikry
- Wenn Leopard
am Deo spart,
dann macht er, jetzt sach du ma,
doch sicherlich auf Puma.
© by ody
- Abschiedsbriefe
- Du bist ein Macho ohne Hirn,
zudem noch ohne Knete.
Nun sag, warum ich bleiben soll ....
Na siehste!
Deine Grete
Ich wartete jahraus, jahrein
am Brunnen vor dem Tore.
Doch jetzt hab ich das Warten satt.
Du kannst mich!
Hannelore
Ich war dein Weibchen - jahrelang,
nicht gerne, doch ich musste.
Ich hab dir Gift ins Bier gemischt.
Das war s dann!
Adelguste
Ach Liebste, du bist nicht mehr da,
um dich wird 's immer stiller.
Nun hab ich Charles allein für mich.
Drum ruhe sanft.
Camilla
© by ody
- Futterquelle
- Ganz plötzlich fiel der Dobermann
im Restaurant den Ober an
und zwar mit seinem Dobermaul.
Da war wohl was am Ober faul.
Und nun verdaut der Doberdarm
ein gutes Stück vom Oberarm.
© by ody
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